Hangry


Stichwort ‚Hangry‘: Du bist nicht du wenn du hungrig bist

 

Essen macht glücklich, das ist wissenschaftlich bewiesen.

Jetzt hat eine Studie herausgefunden, warum manche Menschen bei Hunger richtig schlechte Laune bekommen. ‚Hangry‘, ein Wortspiel aus ‚angry‘ und ‚hungry‘, beschreibt das Phänomen, wenn Hunger uns regelrecht aggressiv macht.

 

Fast alle Menschen essen zu mehr oder minder geregelten Zeiten. Der Körper gewöhnt sich schnell daran und fordert dann die Nahrung auch ein. Wird sie ihm vorenthalten, sinkt die Laune, und der Hunger verstärkt sich. Auch bei Traurigkeit oder Wehmut kann der Körper Nahrung einfordern, am liebsten zuckerhaltige Lebensmittel, die die Serotoninausschüttung besonders schnell anregt.

 

Umgekehrt funktioniert dieses Phänomen auch: Wer gut gelaunt ist, hat

häufig weniger Hunger als sonst. Auch Ablenkung, etwa durch sehr konzentriertes Arbeiten, kann dazu führen, dass der Mensch sein Magenknurren vergisst.

 

Warum manche Menschen jedoch regelrecht ausflippen, wenn der

Burger oder die Pizza nicht kommt, liegt an bestimmten Körpervorgängen, die mit unserem Gehirn, dem Blutzuckerspiegel und unseren Überlebensinstinkten zusammenhängen. Liegen längere Pausen zwischen Mahlzeiten, sinkt der Blutzuckerspiegel. Dann meldet das Gehirn

SOS-Signale, denn es braucht Zucker bzw. Ersatzstoffe aus Stärke um richtig zu funktionieren. Dadurch werden Stoffe wie das Neuropeptid Y freigesetzt, dass für die Steuerung des Appetits zuständig ist. Effekt: Wir bekommen Hunger.

 

Bei Hunger werden wiederum Hormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Adrenalin gilt als Stresshormon und führt zu einer Herzfrequenzsteigerung und einem Blutdruckanstieg. Cortisol hat eine Blutzucker anhebende Wirkung und sorgt dafür, dass im Körper bei Bedarf schnell genug Energie bereitgestellt wird. Zu Urzeiten half uns dieser Mechanismus, um bei gefährlichen Situationen schnell reagieren zu können. Heutzutage führt die Ausschüttung dieser Stoffe dazu, dass

wir uns gereizt und gestresst fühlen und bei Hunger im schlimmsten Fall den nächstbesten anblaffen.

 

Am wirksamsten gegen dieses Phänomen ist es, seinen Blutzuckerspiegel konstant zu halten und rechtzeitig zu essen, bevor man zu hungrig wird. Wichtig sind Nahrungsmittel, die nährstoffreich sind und lange satt machen, denn damit lässt sich der Blutzuckerspiegel stabil halten.

 

Dazu zählen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse in roher

Form. Ungünstig sind Lebensmittel wie Fast Food oder Süßigkeiten. Sie enthalten zwar viel Zucker und sorgen erst einmal dafür, dass man sich besser fühlt, weil sie dem Gehirn den gewünschten Zucker geben. Allerdings führen sie auch zu einem schnellen Anstieg und damit verbunden Abfall des Blutzuckerspiegels. Effekt: die nächste 'hangry‘-Attacke ist vorprogrammiert.

 

Die gute Nachricht: Falls kein Essen zur Verfügung steht, setzt nach einiger Zeit die Glukose-Regulation ein, die unseren Blutzuckerspiegel und so den Hormonhaushalt stabilisiert. Unser Körper beginnt dann, die eigenen Fettreserven für die Energieversorgung anzugehen.

 

Was lernen wir daraus? Immer genug frische Snacks zur Hand haben. Vor allem im Büro kann man so seine Leistungsfähigkeit sicherstellen,

aber auch daheim kann das Wissen über den Blutzuckerspiegel den Hausfrieden sichern, schließlich hat man kein Problem mit seinem Partner oder den Kindern, sondern ist schlicht und ergreifend hangry.

 


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